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Welt-AIDS-Tag 2009: AIDS schläft nicht

Die vielen Aktivitäten des Migranten-AIDS-Projekts fanden am 1.12.2009 ihren Höhepunkt für das Jahr. Von 10-14 Uhr wurde auf dem Bahnhofsvorplatz in Hannover ein buntes Programm für die Passanten geboten. In diesem Jahr wurden wieder über 400 Euro an Spenden für das Projekt Nouvelle Esperance in Bujumbura (Burundi) gesammelt.

Fleißige Sammler
Bürgermeisterin Ingrid Lange mit einer Mediatorin
Hans Hengelein gratuliert dem "Mediator des Jahres 2009" Fode Mohamed Camara

Der stellvertretende Vorsitzende des EMZ Javier Arola Navarro begrüßte die Teilnehmenden: "Einmal im Jahr wollen wir auch mit Stolz auf unsere Arbeit blicken." - Ramazan Salman, Geschäftsführer des EMZ, fügte hinzu: "Heute ist AIDS-Prävention viel mehr als früher die Arbeit mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Gegen Diskriminierung und Stigma engagieren wir uns gemeinsam."

Ingrid Lange, Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Hannover, und Hans Hengelein, AIDS-Referent der Landesregierung, gratulierten den Projektverantwortlichen und bedankten sich bei den Mediatorinnen des EMZ. "Engagierte Mitbürgerinnen aller Nationen sind im Migranten-AIDS-Projekt einander verbunden. das ist beispielhaft für die Gesundheitsaufklärung", erklärte Ingrid Lange. "Einmalig ist auch der nachhaltige Ansatz der Arbeit, den wir schon seit 1992 fördern," ergänzte Hans Hengelein.

Fode Mohamed Camara, Medizinstudent aus Guinea, wurde als "AIDS-Mediator des Jahres 2009" ausgezeichnet. Nach seiner Ausbildung in 2008 führte er mehr als 10 Gruppenveranstaltungen in französischer/deutscher Sprache durch. "Ich fühle mich gegenüber meinen Mitmenschen verpflichtet. Denn nur wer aufgeklärt ist, kann sich auch schützen und anderen helfen."

Der Welt-AIDS-Tag war auch Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch, bot Beratung und vielfache Information. Für die Bedeutung des Projekts tun sich nun neue Möglichkeiten auf. Bisher wurde der Ansatz nach Hamburg, Kopenhagen und Tallinn übertragen. In London, Rom und Istanbul werden Schulungen bis März 2010 beginnen. Mit der Deutschen AIDS-Hilfe hat das EMZ ebenfalls einen Vertrag geschlossen, der an weiteren drei Standorten in Deutschland den Aufbau von "TAM - Transkulturelle AIDS-Mediatorenschulung" vorsieht.

Glückwünsche überbrachten auch Imke Schmieta (Geschäftsführerin des Landesverbands der Niedersächsischen AIDS-Hilfe e.V.) und der Drogenbeauftragte der Stadt Hannover Alfred Lessing. "Es ist uns eine große Freude zu sehen, wie schnell es im Migranten-AIDS-Projekt nun voran geht. Wir wünschen weiter viel Erfolg!"

Zu den weiteren Gästen des Tags gehörten zahlreiche AIDS-MediatorInnen auch aus den ersten Stunden. Die Moderation der Veranstaltung übernahm Dr. Matthias Wienold, Wissenschaftlicher Leiter des EMZ.

Internationaler Erfolg: „AIDS and Mobility Europe 2007-2010“ startet in Hannover

Das in Hannover beheimatete Migranten-AIDS-Projekt (MAP) wird in den kommenden drei Jahren europaweit bis zu 100.000 Menschen mit Migrationshintergrund über AIDS aufklären. In Gegenwart von Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann unterzeichnete Ramazan Salman am 15. Juli 2008 den Fördervertrag. Damit startet das Projekt in 16 Ländern der EU offiziell am 15. Juli dieses Jahres.

Foto: Ira Thorsting 2008

Zugesichert sind hierfür 838.000 Euro, von denen 500.000 Euro als Zuschuss von der Europäischen Kommission fließen sollen. Sechs Partner (in Brüssel, Istanbul, Kopenhagen, London, Rom und Tallin) werden unter der Leitung des Ethno-Medizinischen Zentrums (EMZ) eigene Mittel einbringen. Weitere zehn Länder sind indirekt beteiligt.

Ramazan Salman, der Geschäftsführer des Ethno-Medizinischen Zentrums bedankt sich bei der Ministerin für die große Unterstützung ihres Ministeriums „Wir sind besonders stolz darauf, dass ein Niedersächsisches Präventionsmodell nun internationale Verbreitung finden soll und besondere Würdigung erfährt, denn die Weltgesundheitsgesundheitsorganisation hat beschlossen die Begleitforschung für das Projekt zu übernehmen.“ Die Projektleitung hat der Wissenschaftler des Zentrums Dr. Matthias Wienold, der die Hintergründe der Maßnahme beschreibt „Zunehmende Mobilität kennzeichnet das Leben der Menschen in Europa. Auch Migranten sind von AIDS/HIV betroffen. Sie brauchen eine verbesserte Chance zur Aufklärung. AIDS ist immer noch Tabu unter Migranten - Testung und Therapie werden zu selten genutzt."

AIDS & Mobility Europe wird sich in den kommenden Jahren auf die Zusammenarbeit mit sehr erfahrenen und anerkannten Partnern stützen. Der Terrence Higgins Trust, die national führende Organisation in Großbritannien, wird die Politikentwicklung und Veröffentlichungen des Projektes leiten. Höhepunkt ist eine internationale Konferenz in 2010. Die European AIDS Treatment Group wird von Brüssel aus weitere europäische Partner in die Entwicklung des Musteransatzes einbinden. Das Nationale Institut für Migration, Gesundheit und Armut in Rom wird gemeinsam mit der Internationalen Organisation für Migration und Gesundheit (Genf) die in Hannover entwickelten Auswertungsmethoden verfeinern und das Projekt auswerten. Die Stiftung AIDS-Fondet in Kopenhagen wird das Projekt nutzen, mehr Menschen mit Migrationshintergrund für AIDS-Aufklärung zu gewinnen. In Tallin will AIDSi-Tugikeskus mit dem Projekt vor allem die Russisch sprechenden Menschen erreichen. In Istanbul wird Yeniden mit diesem Projekt erstmalig in vielen Sprachen arbeiten können.

 
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